DOOH ist die digitale Evolution der klassischen Out-of-Home-Werbung (Plakatwand, City-Light). Statt zwei Wochen Druckkampagne läuft ein DOOH-Spot in 6- oder 10-Sekunden-Slots in einer Wiederholungsschleife (Loop), die sich mehrere Werbetreibende teilen. Die Buchung erfolgt nach Spielzeiten (Daypart), Geo-Zonen und zunehmend nach Audience-Datenpunkten (Bewegungs-Heatmaps, Demografie aus Mobile-SDK-Daten, Wetter, Verkehrsfluss).
Der zentrale Hebel von DOOH gegenüber klassischem OOH ist die dynamische Kontextualisierung: ein Bier-Werbespot läuft erst ab 28 °C Außentemperatur, ein Schirm-Werbespot nur bei Regenwahrscheinlichkeit > 60 %, ein Streaming-Service spielt unterschiedliche Serien-Trailer je nach Wochentag und Standort. Diese Logik wird in der DSP (Demand-Side-Platform) gepflegt und über die SSP (Supply-Side-Platform) des Screen-Eigentümers eingespielt.
Programmatic DOOH (pDOOH) ist die voll automatisierte Variante: Werbetreibende bieten in Echtzeit-Auktionen auf einzelne Spielzeiten, ähnlich wie im Online-Display-Markt. Das senkt die Mindest-Buchungsmenge dramatisch und öffnet DOOH für Mittelständler, die früher keine OOH-Kampagnen geschaltet hätten.
Hardware-seitig sind DOOH-Screens fast immer Outdoor-LED-Stelen (IP65, 5.000–8.000 Nits, automatische Helligkeitsregelung) oder High-Bright-LCDs in Schutzgehäusen. Sie sind über LTE/5G mit dem Player vernetzt und liefern Proof-of-Play-Logs (PoP) zurück, die Werbetreibende zur Abrechnung verwenden.