Eine PDLC-Folie besteht aus einer transparenten Polymerschicht, in der mikroskopisch kleine Tröpfchen aus Flüssigkristallen eingebettet sind. Liegt keine Spannung an, sind die Kristalle in jedem Tröpfchen zufällig ausgerichtet — das einfallende Licht wird in alle Richtungen gestreut und die Scheibe wirkt milchig-weiß. Sobald 48–65 V Wechselspannung anliegen, richten sich die Kristalle parallel zum elektrischen Feld aus — das Licht passiert ungebrochen, die Scheibe wird klar.

Der Vorteil von PDLC gegenüber elektrochromem Glas ist die Schaltgeschwindigkeit (ca. 200–500 ms statt 5–15 Minuten) und die Verfügbarkeit in handelsüblichen Glasgrößen bis ca. 1,8 × 3,5 m. Der Nachteil ist der Dauerstrombedarf im transparenten Zustand (ca. 3–7 W/m²) und die mit der Zeit nachlassende Klarheit, wenn die Folie ständig unter Spannung steht.

Für die Steuerung wird ein Transformator (110/230 V → 48–65 V AC, 100–600 W je nach Fläche) und ein Schaltmodul benötigt. Letzteres lässt sich an Lichttaster, KNX, DALI, Z-Wave oder per Cloud-API in Smart-Building-Systeme einbinden.

PDLC-Folien existieren in zwei Bauformen: als laminierte Verbundglasscheibe ab Werk (langlebig, sauberes Erscheinungsbild, neu zu fertigen) und als Retrofit-Folie zum nachträglichen Aufkleben auf bestehendes Glas (schneller, günstiger, optisch sichtbare Folienkante).