Smart Glass nutzt überwiegend zwei Technologie-Familien: PDLC (Polymer Dispersed Liquid Crystal) und PNLC (Polymer Network Liquid Crystal). In beiden Fällen liegt eine hauchdünne Folie zwischen zwei Glasscheiben, in der sich Flüssigkristalle bei anliegender Spannung ausrichten und das Licht ungebrochen durchlassen — die Scheibe wird klar. Ohne Spannung streuen die Kristalle das Licht — die Scheibe wirkt milchig-opak (≈ 85–95 % Streuung).

PDLC ist die ältere, etablierte Technologie. Sie benötigt eine konstante Spannung (typisch 48–65 V AC) im transparenten Zustand, ist robust, gut verfügbar und liegt in der Anschaffung zwischen 600 und 1.200 € pro Quadratmeter Glasfläche.

PNLC ist die neuere Variante mit deutlich geringerem Energieverbrauch (≈ 0,5–1 W/m²), schnellerer Schaltzeit (<100 ms statt 200–500 ms), höherer Klarheit im transparenten Zustand und längerer Lebensdauer. Sie kostet ca. 20–40 % mehr als PDLC.

Eingesetzt wird Smart Glass vor allem dort, wo Sichtschutz und Transparenz dynamisch wechseln müssen: Boardrooms (verdunkeln für Präsentation), Showrooms (Privatsphäre während Beratungsgespräch), Hospitals (Sichtschutz Patientenzimmer), Hotels (Bad-zu-Zimmer-Trennung), Architektur-Fassaden. Optional kann Smart Glass auch als Rückprojektionsfläche im opaken Zustand dienen — eine sehr saubere Alternative zur klassischen Leinwand.